Mein Buch

Mein Buch 

„Yin und Yang, 
Freunde fürs Leben“
entstand 2012 als ich nach Karlsruhe zurückkam

Yin und Yang stehen in der chinesischen Philosophie für zwei gegensätzliche Pole, die aber immer nur als Paar funktionieren können. Die klassische Darstellung zeigt einen schwarz/weißen Kreis mit zwei Hälften, die durch ihre geschwungene Form eine große Kontaktfläche besitzen. Schwarz (»Yin«) steht dabei für Fühlen und Denken - weiß (»Yang«) für Handeln und Aktivität.
Daniela-Charlott Maier, der Autorin und Illustratorin, ist es auf hinreißende Weise gelungen, die philosophischen Begriffe mit Figuren zu visualisieren, die es auch schon Kindern ermöglichen, die Zusammenhänge zwischen den untrennbaren Paaren und ihre gegenseitige Bedingung zu begreifen.
»Yin und Yang« eignet sich daher besonders zum Vorlesen; Kinder ab acht Jahren können das Buch sicherlich schon selbst lesen - hier sollten Eltern aber für Erklärungen zur Verfügung stehen.

Leseprobe

Über das Buch 

Yin und Yang stehen in der chinesischen Philosophie für zwei gegensätzliche Pole, die aber immer nur als Paar funktionieren können. Die klassische Darstellung zeigt einen schwarz/weißen Kreis mit zwei Hälften, die durch ihre geschwungene Form eine große Kontaktfläche besitzen. Schwarz (»Yin«) steht dabei für Fühlen und Denken – weiß (»Yang«) für Handeln und Aktivität. 

Daniela-Charlott Maier, der Autorin und Illustratorin, ist es auf hinreißende Weise gelungen, die philosophischen Begriffe mit Figuren zu visualisieren, die es auch schon Kindern ermöglichen, die Zusammenhänge zwischen den untrennbaren Paaren und ihre gegenseitige Bedingung zu begreifen. »Yin und Yang« eignet sich daher besonders zum Vorlesen; Kinder ab acht Jahren können das Buch sicherlich schon selbst lesen – hier sollten Eltern aber für Erklärungen zur Verfügung stehen. 

Daniela-Charlott Maier

Geboren im Wonnemonat Mai 1959 und aufgewachsen in Karlsruhe, bewies Daniela-Charlott Maier bereits im Kleinkindalter ein Faible für Farben und Formen, malte mit Begeisterung und erhob ihr Hobby schließlich zur Berufung. Ihre Kreativität beschränkte sich aber nicht nur auf die Malerei: Als kleines Mädchen unterhielt sie ihren jüngeren Bruder mit lustigen, fantasievollen Gutenachtgeschichten. Nach der Ausbildung zur Grafikerin in Karlsruhe und Heidelberg sammelte und vermehrte sie ihre Berufserfahrung in verschiedenen Werbeagenturen, wo sie sich insbesondere der Gestaltung von Modekatalogen und dem Entwurf von Gebrauchsgrafik widmete. 1996 erfüllte sie sich ihren lang gehegten Traum von einem Leben am Meer und sammelte in den folgenden fünfzehn Jahren Auslandserfahrung als Animateurin in Hotel- und Clubanlagen zwischen Griechenland, Spanien und der Türkei. Ihr Faible für Formen und Farben kam ihr auch hier zu Hilfe: Sie fertigte eine Unmenge von Kostümen, Dekorationsstücken und Bühnenbildern. Während eines Ibiza-Aufenthaltes 2006 entdeckte sie die Freude an der Schriftstellerei; so entstand ihr Erstlingswerk »Yin und Yang – Freunde fürs Leben«. 2008 – auf der griechischen Insel Kos – illustrierte sie das Kinderbuch einer Autorenkollegin, die für die Organisation LION-Group tätig ist. 2012 kehrte Daniela-Charlott Maier in ihre Heimatstadt Karlsruhe zurück. 

Danksagung 

Mein Dank gilt allen, die mich bei diesem Buch tatkräftig unterstützt haben – insbesondere meiner Freundin Andrea und ihrem Mann Julio. Andrea hat mich immer wieder darin bestärkt, für die von mir entwickelten Figuren Yin und Yang eine passende Geschichte zu schreiben. Auf Ibiza fand ich endlich die Muße dazu. Ein weiterer Dank geht an Nadia, ebenfalls eine Freundin auf Ibiza, die auf ihrem PC die Erstmontage meines Buches fertigstellte. Und natürlich auch an den Verlag Pax et Bonum, der meinem Buch die Chance zur Veröffentlichung gibt. Danke dafür! Daniela-Charlott Maier

Yin rüttelte Yang und sprach: »Yang, wach auf! He, wach auf!« Verdutzt schaute Yang auf Yin. Sie wirkte total aufgeregt. »Was ist los, meine Liebe, du bist ja ganz durcheinander?« Yin stupste noch immer Yang mit ihrer Flosse. »Sieh doch nur, hier und da!« Yang folgte ihrem Blick. Begeistert schauten beide auf das grandiose Panorama. »Das ist ja fantastisch … uiiiii!« »Wo sind wir überhaupt?«, fragte Yin. »Das ist eine gute Frage!«, erwiderte Yang. »Ich glaube …«, grübelte er, »wir müssen unser Häuschen verlassen und nachschauen.« »Aber Yang, wie machen wir das? Dann müssen wir uns ja trennen und …« Sie rollte ängstlich mit den Augen. »Oh nein, das gefällt mir gar nicht, darüber muss ich erst nachdenken.« Doch Yang, voller Tatendrang, brummte nur leise: »Weiberkram!« Er war schon in Gedanken auf der Erde, um alles zu erkunden. Trotz der Bedenken Yins schwebten sie bereits der Erde entgegen und wurden merklich schneller, je näher sie dem Planeten kamen. 

Sie erreichten die Erde mit einem dumpfen ›Plopp‹. Die durchsichtige Schutzhaut ihres Häuschens zerplatzte wie eine Seifenblase. Beide lagen auf dem warmen, sandigen Boden, um sie herum verschiedenartige, in der Sonne glänzende Muscheln und wurzelartige Pflanzen. Yin rappelte sich auf und schaute sich erstaunt um. »Oh, sieh nur, wie schön das ist, von oben konnte ich das nie so sehen, toll!« Vor ihr lag das Meer in all seiner Pracht. Es schimmerte blau und die Wellen rauschten sanft. Yin trat vorsichtig an das Wasser. Sie tauchte zaghaft eine Flosse hinein. 

»Hu, das ist ja nass!« Yang eilte herbei und sprang mit einem freudigen ›Holidoooooo‹ in die kühlen Fluten. Über ihnen kreisten die Möwen mit ihrem eigenartigen Gelächter: »Hai Haiaiai!« »Oh, schau nur, wie sie fliegen«, sagte Yang. »Das möchte ich auch können!« Kaum ausgesprochen – schwupp – begann er leicht nach oben zu schweben. Yin rannte hinterher und rief: »Was machst du da …? Komm zurück!« Yang segelte sanft in Richtung Wald, der sich hinter dem Strand erstreckte. Er zuckte die Achseln und rief hinunter: »Ich hab mir das einfach vorgestellt und gewünscht! Du kannst das sicherlich auch, versuch es mal!« 

Yin konzentrierte sich, hob aber nur ein kleines Stück vom Boden ab. Es sah mehr nach Grashüpfen als nach Fliegen aus. Sie machte sich zu viele Gedanken, dass etwas passieren könnte. Das hemmte natürlich ihren Wunsch, Yang zu folgen. 

II 

Plötzlich, wie aus dem Nichts, kam ein starker Wind auf, packte Yang mit … eins, zwei, drei Wirbel und trug ihn davon. Yin hüpfte, so schnell es ihr möglich war, hinterher, doch sie verlor ihn aus den Augen. Es war eine Katastrophe! Im ersten Moment war Yin zu keiner Bewegung fähig. Stumm stand sie an einen Baum gelehnt, starrte gegen den Himmel, ohne etwas zu sehen. Sie seufzte ein paarmal auf und sank dann schluchzend zu Boden. Sie fühlte sich sehr allein und hilflos. Auf einmal kam ihr das Neue, doch so Schöne, bedrohlich vor. Sie fröstelte, obwohl es warm war. Ein leichtes Stupsen ließ sie zusammenfahren. »Hallo, du!« Sie drehte sich herum, konnte aber niemanden sehen. »Hier oben!« Sie schaute auf und blickte in ein freundliches Gesicht. Der Baum lächelte sanft und sprach: »Ich bin Friedolin, meine Liebe. Was ist denn passiert? Du bist ja ganz durch den Wind. Hihi!« Für Yin war ein sprechender Baum ungewöhnlich, doch alles war hier 

ungewöhnlich. So hatte sie seltsamerweise gar keine Angst mehr. Im Gegenteil, der Baum flößte ihr mit seinen liebevollen Augen Vertrauen ein. Sie erklärte Friedolin, dass sie und ihr Freund Yang schon seit Urzeiten zusammengehörten und noch nie getrennt waren. Es war eine völlig neue Situation für Yin, die sich schrecklich fühlte. Zumal sie der Teil des Nachdenkenden, Fühlenden, Aufnehmenden war und Yang der Kreative, der Gefühle in die Tat umsetzte. Sie kam sich vor, als wäre sie nur noch die Hälfte. Friedolin lächelte und blickte weise, als wüsste er schon die Lösung. Doch zunächst einmal begann Yin, selbst zu grübeln; sie sprach: »Irgendwie ist das eigenartig.« »Was?«, hallte es laut um sie herum. Einige Grashalme warteten, sehr interessiert nach vorn gebeugt, auf eine Antwort. Grashalme waren zu der Zeit sehr neugierig. Sie sprach gefasst weiter. »Yang war auch ohne mich in der Lage, seine Gedanken in die Tat umzusetzen und flog tatsächlich. Oje, vielleicht braucht er mich gar nicht mehr«, seufzte sie ... 

Daniela-Charlott Maier: 

Yin und Yang – Freunde fürs Leben

 

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